Maut in Italien mit dem Wohnmobil

Maut in Italien mit dem Wohnmobil

Italien hat kein Vignettensystem wie Österreich oder die Schweiz. Fast alle Autobahnen (Autostrade) sind streckenabhängig mautpflichtig, das bedeutet: Sie zahlen genau für die Kilometer, die Sie fahren .

Fahrzeugklassen: Die entscheidende Grenze bei 1,3 Metern

Die Mautkosten richten sich nach der Höhe der Vorderachse Ihres Wohnmobils. Diese Messung entscheidet über die günstigere oder teurere Klassifizierung .

KlasseBeschreibungTypische Wohnmobile
Klasse AFahrzeuge mit einer Vorderachshöhe bis 1,30 mDie meisten Kastenwagen z. B. Ford Transit, Mercedes Sprinter (kompakt)
Klasse BFahrzeuge mit einer Vorderachshöhe über 1,30 mTeilintegrierte, vollintegrierte und Alkoven-Wohnmobile

Wichtig: Bei einer Vorderachshöhe von über 1,30 m zahlen Sie den höheren Mautsatz der Klasse B .

Mautkosten: Wie teuer wird es?

Die genauen Kosten sind streckenabhängig und variieren nach Betreiber. Eine Kilometertafel für Wohnmobile sieht in etwa so aus:

FahrzeugklasseMautsatz (ca. pro km)
Klasse A (Wohnmobil < 1,30 m)ca. 9-12 Cent/km
Klasse B (Wohnmobil > 1,30 m)ca. 13-18 Cent/km

Tipp: Nutzen Sie den ADAC-Mautrechner (adac.de/mautrechner) für Ihre spezifische Route. Sie können dort auch die Fahrzeugklasse auswählen .

Sondergebühren: Tunnel und Brücken

Auf bestimmten Gebirgsstrecken und Tunneln werden zusätzlich zu der normalen Streckenmaut Pauschalgebühren fällig. Diese sind unabhängig von der gefahrenen Strecke und werden oft an eigenen Mautstellen direkt davor oder danach kassiert .

Tunnel / StreckeKosten für Wohnmobile (ca.)
Munt-la-Schera (Schweizer/Italienische Grenze)ca. 25 Euro
Mont Blanc Tunnel (Frankreich/Italien)ca. 50-70 Euro (je nach Saison)
Frejus Tunnel (Frankreich/Italien)ca. 45-65 Euro (je nach Saison)

Free-Flow-Maut: Besonders tückisch für Touristen

Auf bestimmten Streckenabschnitten gibt es keine Mautschranken mehr. Sie werden dort automatisch mit Kameras erfasst und müssen die Maut nachträglich selbst bezahlen .

Betrifft unter anderem:

  • A36, A59, A60 (bei Como und Mailand)
  • A33, A21racc (seit März 2026 südlich von Brescia)

Wichtigste Regel für Free-Flow:
Sie haben 15 Tage Zeit, die Maut zu bezahlen – sonst kommen saftige Verwaltungsgebühren hinzu. Die Zahlung ist online auf den Webseiten der Betreiber oder über spezielle Apps möglich .

Merken: Bekommen Sie keinen Zettel, denken Sie trotzdem daran, dass hier Maut anfällt. Notieren Sie sich das Datum, den Ort und suchen Sie später online nach der Bezahlmöglichkeit.

So bezahlen Sie die Maut

MethodeFunktionsweiseEmpfehlung
Ticket (klassisch)Bei Einfahrt ziehen, bei Ausfahrt in Bar (Karte, Kreditkarte) bezahlenAm sichersten für gelegentliche Fahrten. Ticket niemals verlieren (sonst wird teuer) 
Telepass (Mautbox)Elektronischer Transponder, automatische AbrechnungSehr komfortabel, besonders bei vielen Fahrten. Gibt es bei einigen Banken oder Mautanbietern 
Free-Flow (online)Nachträgliche Zahlung auf BetreiberseiteUnbedingt die 15-Tage-Frist einhalten!

NEU ab Juni 2026: Bei Staus auf Baustellen haben Sie unter Umständen Anspruch auf eine Maut-Rückerstattung.

  • Bei 60-119 Minuten Stillstand: 50 % Rückerstattung
  • Bei 120-179 Minuten Stillstand: 75 % Rückerstattung
  • Bei mehr als 180 Minuten Stillstand: 100 % Rückerstattung 

Mautfreie Alternativen und Ausnahmen

  • Schnellstraßen (Superstrade) sind in Italien mautfrei – landschaftlich oft reizvoller 
  • Auf Sizilien sind die meisten Autobahnen (A18 und A20 ausgenommen) ebenfalls mautfrei 
  • Die A2 zwischen Salerno und Reggio Calabria ist mautfrei 

Kurzübersicht für die Wohnmobil-Reise

  1. Vorderachse messen (unter 1,30 m? Klasse A, teurer? Klasse B)
  2. Free-Flow-Strecken vorher recherchieren – besonders im Großraum Mailand/Como
  3. Ticket auf keinen Fall verlieren – sonst wird die längste Strecke berechnet
  4. Tunnelgebühren einkalkulieren (besonders auf der Route in die Schweiz)
  5. ADAC-Mautrechner nutzen für die genaue Kostenplanung

Zusammenfassung: Wohnmobile werden in Italien nach Vorderachshöhe klassifiziert. Die meisten kompakten Kastenwagen (Klasse A) zahlen weniger als große teil- oder vollintegrierte Modelle (Klasse B). Zusätzlich zu den Streckenkilometern können auf Tunnelstrecken Pauschalgebühren anfallen. Besondere Vorsicht ist auf den neuen Free-Flow-Strecken geboten, wo die Bezahlung nachträglich online erfolgen muss – und zwar innerhalb von 15 Tagen.

Weitere Routenideen und praktische Reisetipps bietet der Guide Wohnmobil-Routen in Italien.